TRANSFORMERS2: die ewige Wiederkehr des Gleichen

Gestern im neuen Kunstfilm von Michael Bay, kaum neues – zu der Teenie-Klamotte kam jetzt noch College-Action a la Gilmore Girls, die Robos wurden einfach multipliziert und ein erweiterter US Militär Werbefilm eingefügt. Im Grunde überflüssig, alles war im ersten Teil schon genau so gut erzählt wie gezeigt, ist Vol.2 trotz der Überlänge von 2 1/2 Stunden recht unterhaltsam und eine schöne Achterbahnfahrt.

Problematischer wird das ganze, wenn man sich mit der Rezeption befasst, schon im Vorfeld gab es amerikanische Reviews, die den sinnentleerten Müll von Michael Bay (das GESAMTWERK) in die Nähe des Arthouse Films rückten, wenn man von der Genre-Determination absähe käme man auf eine REINE OBERFLÄCHE, pure Form die sich barockhaft ins Unendliche faltet – in der Rezension der F.A.Z. vom 23.Juni (leider online gegen eine “normale” Besprechung ausgetausch) stellt Ivo Ritzer Bay in eine Reihe mit Lynch, Cronenberg und Tsukamoto und wähnt ihn den Gründer des neuen Kinos aus der Asche der Postmoderne.

Das ist natürlich alles journaillistisches Hirngefurze, das Kino des Michael Bay ist A-Klasse Trash vom Feinsten – nur weil die Standarts der Massen über die Jahrzehnte so weit ins Bodenlose gestampft wurden, darf Bay mit so großen Budgets arbeiten – grosse Schauspieler machen natürlich einen Bogen um ihn, wie um seinen grossen Mentor Spielberg, auch ein Autorenfilmer erster Garnitur, der mit “Die Farbe Lila” und “Schindlers Liste” aus künstlerischer Sicht jämmerlich gescheitert ist, von dem Desaster mit Namen AI gar nicht anzufangen. Schlimm ist der Grad der Verdummung auch derer die es besser wissen müssten: aber im weichgespülten, digital augepeppten Phantomfilm der Jetzt-zeit verliert sich der Kritiker in Lobpreisung der Vorgaben aus der Zentrale der Willensbeherrschungs-und-Bedürfnisserzeugungs-industrie. Aus Hollywood kommt kein Kunstkino mehr, wenn es denn seit 1990 überhaupt noch eines gegeben hat, Hollywood drückt die Ödniss des Immer Gleichen mit Macht durch alle Kanäle, da gibt es scheins kein Entkommen – und junge Kritiker machen den Fehler einen subversiven Affekt, den es im Genre-Film der Vergangenheit (wohlgemerkt in minderen Klassen und Preislagen) noch gab, in den aufgeblasenen Nichtigkeiten der Heutigen finden zu wollen.

Zurück zum Film: Bay klaut wo er kann, nicht ein Bild ist neu oder überraschend, über Story braucht man sowieso nicht reden, alles ist anderswo genauso oder besser schon gewesen, ein solides Sequel eben.

7 von 10

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